25. Juli 2016

Ehemalige Hundetötungsstation in Tiszafüred, Ungarn



Die Station in Tiszafüred in Ungarn ist eine von vielen Tötungsstationen für Hunde, die auf der Straße gefunden oder gefangen werden. Die Eigentümer, falls vorhanden, haben 14 Tage die Möglichkeit, die Hunde wieder abzuholen. Wenn das nicht passiert, werden sie eingeschläfert.
Dagegen kämpfen Menschen wie Annette Sonnleitner, indem sie helfen, wo sie nur können, um das Leben der Hunde zu erhalten. Dies geschieht durch Futterspenden, die in Deutschland gesammelt werden, oder Sach- und Geldspenden. 


Der TSV Horizont widmete sich gänzlich der Station in Tiszafüred und konnte damit erreichen, dass dort seit 5 Jahren keine Hunde mehr getötet werden mussten.
Zudem setzte sich der Verein dafür ein, dass neue und größere Zwinger gebaut wurden und die Tiere kastriert und medizinisch versorgt werden konnten. Nach jahrelangem Einsatz und monatlicher Tour nach Tisazfüred, wird der TSV Horizont nun begraben.
Die Station in Tiszafüred wird zukünftig unter der Schirmherrschaft der Pfotenhilfe Ungarn e.V. weiterhin verbessert und geleitet. (auf Facebook: Pfotenhilfe Ungarn )

Ich lernte Annette auf einem Tierschutztag kenne, wo sie einen Informationsstand aufgebaut hatte.
Nach 10 Minuten Kennenlernen beschloss ich, diese sympathische Frau auf einer ihrer Touren nach Tiszafüred zu begleiten.
Wir starteten also 2 Wochen später am Donnerstag Abend, luden in Bayern die Spenden vieler deutsche Spender auf (dankeschön dafür!!) und fuhren die ca. 1200 km bis nach Tiszafüred.

Futter- und Sachspenden aus Deutschland

Mit einem Anhänger gefüllt mit Hoffnung dauerte die Fahrt ca. 15 Stunden. Am Morgen um 11 kamen wir an.
Mit kaum bis keinem Schlaf erledigten wir am Freitag, was alles anstand, unter Anderem das Abladen der Spenden und Gespräche zur Übernahme durch die Pfotenhilfe.
Der Leiter der Station hat in Anbetracht der Übernahme durch die Pfotenhilfe Ungarn dazu etwas auf Facebook gepostet. Und man sieht dort auch einige Fotos von unserem Einsatz: Futterspenden Juli

Am Samstag folgte dann noch ein weiteres organisatorisches Gespräch mit interessierten und engagierten Beführwortern und Helfern der Station, die überlegen, einen Verein vor Ort aufzubauen, um mehr Einfluss auf die Geschehnisse zu nehmen.
Und natürlich haben wir auch einige Hunde spazieren geführt (siehe Fotos unten).

Aktuell beherbergt die Station knapp 30 Hunde. Einige davon liegen an der Kette, andere leben in Zwingern. Ziel ist es, die Kettenhaltung gänzlich abzuschaffen und allen Hunden einen Platz in geräumigen Zwingern bieten zu können. Zu diesem Zweck werden aktuell noch einige neue gebaut.

Die neuen Zwinger
Die Station soll zudem möglichst bald einen Behandlungsraum bekommen, um Tiere vor Ort in einer sterielen Athmosphäre behandeln zu können. Die Kamera-Überwachung soll auf das gesamte Gelände ausgeweitet werden, um Einbrüche oder illages Abladen von Tieren zu verhindern und den Nachtwächter etwas zu entlasten.

Eindrücke der Station:

Die Station in Tiszafüred - Kettenhaltung

Überblick über die Station

einige Zwinger

Annette und einige Hunde im Hintergrund
Eine innige Freundschaft Molly und Bator

Bator....diese Augen....und das Wesen erst *love*
Molly beim Spaziergang
 Ein großes Problem ist in Ungarn die Krankheit Herzwürmer (hier stark vereinfach dargestellt). Die Infektion erfolgt über Mücken. Die Mikrofilarien gelangen so in die Unterhaut des Hundes. Nach ca. 2 Monaten haben sich Larven gebildet, die ins Blut gelangen. Die adulten Würmer siedeln sich dann meist im Herz an. Herzwurmbefall enden ohne Behandlung tödlich. Die existierenden Schnelltests haben eine Trefferquote von ca. 50 %. Eine tatsächliche genaue Diagnose ist nur durch das Einschicken des Blutes möglich, was sehr kostspielig ist. Mücken infizieren sich dann am befallenen Blut und übertragen erneut. Die Mikrofilarien zu bekämpfen ist möglich, auch die Herzwürmer selbst können in einigen Fällen, je nach Stadium, noch erfolgreich behandelt werden.
Zur Behandlung der Herzwürmer hat Martina Feldmann eine Seite eingerichtet, auf der Gegenstände versteigert werden. Die Erlöse laufen in die Behandlung der Tiere:
Herzwurmversteigerung
 
Annette mit dem wohl liebsten Kampfhund der Welt - Ibolja


















Bierchen und Abendessen im Pizza König in Tiszafüred
Und noch ein Selfie auf der Heimfahrt :)
Ich denke, das Projekt hat ein ehrenwertes Ziel, das sich auf jeden Fall zu unterstützen lohnt.
Die Kastration der Tiere dämmt die ungesteuerte Vermehrung ein. Durch Spenden ist es Attila, dem Leiter der Station, möglich, die Tiere zu versorgen und zu vermitteln.
Einige geringfügig bezahlte Arbeitskräfte sorgen für den Schutz der Station als Security und versorgen die Hunde rund um die Uhr mit Futter und Wasser.
Durch Spenden und Annettes unermüdlichen Einsatz wurden hier schon Welten bewegt. Natürlich ist noch viel Raum nach oben und einige vor allem infrastrukturelle Defizite sind noch auszugleichen.
Ein großes Ziel ist auch, Unterstützung von Bürgern aus Tiszafüred zu bekommen und auch deren Verständnis für Tierschutz zu schärfen, damit eine Haltung, wie auf nachfolgendem Bild, schon bald der Vergangenheit angehört:
Hundehaltung zum "Schutz" der Hühner...


Hier sieht man deutlich, dass die Auffassungen, wozu man einen Hund hält, sehr unterschiedlich sind. Viele vor allem ländlich geprägte Gegenden halten Hunde nur zum Zweck. Der arme Kerl auf dem Foto verbringt sein ganzes Leben an der Kette und muss jedes Wetter und die Hühner ertragen.
Andere halten sich Hunde als Haustier und behandeln diese liebevoll. Das Verständnis von Tierhaltung geht in Ungarn (und vielen anderen Ländern wohl auch) weit auseinander.

In diesem Sinne...auf eine bessere Zukunft mit mehr Achtung vor unseren Mitlebewesen!!

Mahatma Ghandi:
"Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt."